Filigrane Fassadenkonstruktion



California Academy of Sciences, San Francisco (USA)

Entwurfsarchitekt: Renzo Piano Building Workshop, Paris
Ausführender Architekt: Chong Partners Architecture, San Francisco, CA

Die California Academy of Sciences ist eines der größten Naturgeschichtsmuseen der Welt. Der Neubau im Golden Gate Park von San Francisco wurde 2008 eröffnet. Es ist das einzige Museum, in dem sowohl ein Aquarium als auch ein Planetarium untergebracht ist. In dem neuen Gebäude wird außerdem die Biosphäre eines Regenwaldes präsentiert.

Wand-System Piazza Skylight und runde Skylights:
Die Piazza, der zentrale Innenhof des Gebäudes, ist nur teilweise glasüberdacht. Über eine vorgespannte Netzstruktur aus Edelstahlelementen wird die gewölbte Kontur der übrigen begrünten Dachfläche in diesem freien Bereich weitergeführt. Diese hochgradig anspruchsvolle Stahlkonstruktion wurde statisch von ARUP verantwortlich entworfen und von Gartner fertigungs- und montagetechnisch weiterentwickelt.

Aufgrund der Geometrie ergibt sich für die Netzstruktur eine Vielzahl von Einzelbauteilen, die nur mit erheblichem Aufwand durch eine 3D-CAD Bearbeitung erfasst werden. Der Zusammenbau des überspannten Netzes musste logistisch kontrolliert erfolgen. Über Kraft und Verformungsweggrößen musste dann die Position der vorgegebenen Glasdachgeometrie erreicht werden.
Der freie, nicht verglaste Bereich der Piazza Skylight kann durch eine motorisch bewegte Dachhaut gegen Regen geschützt werden. Sonnenschutz- und integrierte Akustikgegenzuganlagen sind an dem Stabnetz befestigt und können zum Komfort der als Veranstaltungsbereich genutzten Piazza beitragen. Für das begrünte Dach wurden zusätzlich 120 runde Dachfenster mit einem Durchmesser von ca. 1.500 mm gefertigt und eingebaut.

Fertigstellung: 2008

Foto: Chuck Choi Architectural Photography, Brooklyn, NY


E.ON Energie AG München (Germany)
Erneuerung der Piazzaüberdachung

Architekt: ADAM Architekten, München

Die Konzernzentrale der E.ON Energie AG befindet sich in der Innenstadt Münchens in unmittelbarer Nähe des Königsplatzes. Das bebaute Areal liegt an der Briennerstraße.

Im Zuge des Umbaus der Halle zu einer Versammlungsstätte wurde das derzeit bestehende 950 m2 große Foliendach durch eine Glas-Sheddach-Konstruktion ersetzt.

Die neue Stahl-Glas-Sheddachkonstruktion wird auf bestehende Stahlbinder aufgelagert. Die Hauptträger sind als geschweißte, dreieckförmige Stahlträger ausgeführt. Sie haben eine Spannweite von ca. 2 bis 28 m und einen Achsabstand zueinander von 3,70 m. Mit zunehmender Stützweite sind die Stahlträger mit einer Unterspannung ausgeführt. Die Dachneigung beträgt 1,72 Grad.
Das Raster der neuen Sheddachkonstruktion beträgt 3,7 x 1,885 m. Daraus resultieren maximale Glasdimensionen, die im Regelfall ca. 3124 x 1851 mm betragen. Für die Shedrahmenelemente wurden Standard-Stahlhohlprofile 60 x 60 x 5 mm, Stahlblechzargen sowie eigens zusammengeschweißte Rohlinge aus Stahlrohren 100 x 60 x 5 mm mit aufgeschweißten U-Profilen verwendet, da unter anderem LED-Leuchten in die Stahlkonstuk-tion integriert sind. Zusätzliche Verstärkungen der Shedkonstruktion wurden vorgesehen, da die neue Sheddachkonstruktion eine statisch horizontal aussteifende Funktion für das gesamte Dach übernimmt.

Verglasung: Isolierglasscheiben, betretbar, 10 mm ESG, 16 mm SZR, VSG aus 2 x 8 mm TVG mit SI Folie, Sonnenschutzbeschichtung ipasol neutral 73/39.
Oberflächen: Stahl Nasslack RAL 9006, Aluminium RAL 9006 pulverbeschichtet.

Weiterer Lieferumfang: Horizontal-Blendschutzanlage mit Soltis-Gewebe, Edelstahlrinnen, Rinnenheizung, Trägerdurchbiegungs-Überwachungssystem.
Besonderheit: Die Montage erfolgte bei laufendem Betrieb von einem Arbeitsplattformnetz aus.

Fertigstellung: 2008

Foto: Stephan Liebl, Dillingen




LAC - Lufthansa Aviation Center Deutsche Lufthansa AG, Frankfurt am Main (Germany)

Architeten und Plannung: Ingenhoven Architekten, Düsseldorf

Seilfassade: Ein längsgeschweißter teilvorgespannter Bogenträger unterhalb der Dachgitterschale bildet den Kopfpunkt der atrienabschließenden Seilfassade. Ein Doppelseilsystem aus vorgespannten, hochfestem, galvanisch verzinkten, offenen Stahlseilen und Edelstahlgusshaltern trägt die punktgehaltene Isolierverglasung und elektromotorisch öffenbare integrierte Glaslamellenfelder. Freistehend in das Spannsystem integrierte Portalrahmen ermöglichen über eingebaute Türen den Zugang von außen in die Atrien.

Verglasung: Punktgehaltene Wärmeschutzisolierverglasung

Oberflächen: Gusshalter Edelstahlfeinguss glasperlgestrahlt, Stahl verzinkt.

Fertigstellung: 2005

Foto: Gardin&Mazzoli